Finanzbericht: Kluft zwischen Anderlecht und Brügge ist enorm
DONNERSTAG, 5 MÄRZ 2026, 22:55 - RSCA Skater
ANDERE Die jährliche Überprüfung der Finanzen aller belgischen Profivereine wirft ein klares Licht auf die aktuellen Machtverhältnisse in der Jupiler Pro League. Während Club Brügge aktuell in einer eigenen finanziellen Liga zu spielen scheint und Union mit bemerkenswerten sportlichen Investitionen auffällt, befindet sich RSC Anderlecht noch immer in einer entscheidenden Phase der Genesung.
Die Zeit ungebremster Verluste und ständiger Kapitalspritzen scheint für den Rekordmeister vorbei zu sein. Aus den jüngsten Zahlen geht jedoch hervor, dass der Weg zur finanziellen Stabilität eingeschlagen wurde. Der Verein verzeichnet zwar über die vergangenen fünf Jahre noch erhebliche Verluste, doch in den vergangenen zwei bis drei Jahren steigen die Verluste nicht mehr und man hat den Weg zu bescheidenen schwarzen Zahlen gefunden. Anderlecht gelingt es zunehmend, die Lohnkosten – jahrelang ein Problem für den Klub – in Einklang mit den realen Einnahmen zu bringen. Der Verein gehört aktuell zu den drittgrößten Gehaltszahlern im belgischen Profifußball, nach Club Brügge und Racing Genk. Man zahlt jedoch weiterhin sehr hohe Lohnkosten pro errungenem Punkt.
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Weiter lesen Große Kluft zu Club Brügge
Der Bericht bestätigt die enorme Kluft zu Club Brügge. Dank der aufeinanderfolgenden Jahre in der Champions League verfügt der Konkurrent aus Westflandern über einen Finanzpolster, von dem der Rest Belgiens derzeit nur träumen kann. Für Anderlecht bedeutet das, dass der sportliche Wettkampf vorerst nicht über die Brieftasche gewonnen werden kann, sondern über Kreativität auf dem Transfermarkt und die Talentförderung in Neerpede. Das zeigt sich auch beim ausgegebenen Budget für Neuzugänge: Club Brügge hat 2,5 mal mehr für neue Spieler ausgegeben als der Rekordmeister.
Effizienz als Gradmesser
Der Bericht lobt Union für seine beispiellose Effizienz. Für Anderlecht ist die Sache klar: Um wieder dauerhaft an der Spitze mitspielen zu können, muss der sportliche Ertrag pro ausgegebenem Euro steigen und auf diesem Gebiet ist Union außerordentlich stark.
Schlussfolgerung
Die Zahlen zeigen, dass die größten Brände im Lotto Park gelöscht wurden. Anderlecht muss jedoch den Geldhahn zudrehen und dringend einen besseren sportlichen Ertrag für seine Investitionen erzielen. Der einzige Weg in finanziell sichere Gewässer führt für die belgischen Vereine nur über den Europapokal – vor allem aber über die Champions League. Wenn Anderlecht also ein ansehnliches Polster aufbauen möchte, wird man sich für den Europapokal qualifizieren müssen.
Den vollständigen Bericht inklusive Grafiken findet man auf der Webseite von Het Laatste Nieuws.