Erstes Interview mit Hasi nach seiner Entlassung

SAMSTAG, 21 MÄRZ 2026, 12:48 - RSCA Skater
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INTERVIEWS Ex-Trainer Besnik Hasi hat mit Het Laatste Nieuws über seine Entlassung bei Anderlecht gesprochen. Der Kosovare sprach natürlich aus der Perspektive des entlassenen Trainers, brachte aber auch einige bemerkenswerte Punkte zur Sprache. Er vermisste Fachwissen innerhalb der Vereinsführung und erklärte, Anderlecht müsse gezielter Spieler verpflichten.

Obwohl Hasi sich nicht völlig von Fehlern freispricht - etwa beim Ausscheiden im Europapokal - übte er deutliche Kritik an der Vereinsführung und ehemaligen sportlichen Verantwortlichen Olivier Renard, Tim Borguet und Thibault Dochy. Hasi habe gewusst, dass es mit der jungen Mannschaft Phasen geben würde, in denen es schlechter läuft, doch in den schwierigen Wochen sei niemand aus der Vereinsführung bereit gewesen, der Öffentlichkeit Erklärungen zu liefern. Mit Coucke habe Hasi nur einmal gesprochen, bei der Gala des Goldenen Schuhs. Hasi vermutet, dass Coucke nicht genau wisse, wer bei Anderlecht welche Entscheidungen trifft. Er ist weiterhin davon überzeugt, dass genügend Qualität im Kader von Anderlecht steckt, aber dann müssten aber alle Spieler auf Topniveau und fit sein, vor allem die Schlüsselspieler. Das habe Anderlecht unter ihm im November gezeigt, als man gegen Union, Club Brügge und im Pokal in Genk gewinnen konnte.


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Bei den eingehenden Transfers zeigte sich Hasi wenig positiv. Renard habe von Anfang an behauptet, er stelle den Kader zusammen. Sikan habe Hasi zweimal abgelehnt (sowohl im Sommer als auch im Winter) und er war kein Befürworter der Verpflichtungen von Ilić und Özcan, die ihm zu unerfahren gewesen waren. Dadurch habe nach dem Wegfall von Vertonghen in der Abwehr ein Führungsspieler gefehlt. Hasi nannte zudem Verteidiger, die im Sommer im Visier von Anderlecht waren: Diarra (kam immerhin im Winter), Caleta-Car (wechselte nach Sociedad) und Malang Sarr (von Lens). So sei ausgerechnet Kana, der eigentlich abgeschrieben schien, unter Hasi plötzlich der beste Verteidiger gewesen.

Hasi erzählte auch, wie er mit Angulo gesprochen und ihn davon überzeugt habe, bei Anderlecht zu bleiben. Im Sommer wollte er mit dem Gesetz von 1978 nach Elche wechseln. Hasi warnte ihn davor und glaubte an den Ecuadorianer. Angulo wurde zu einem der Lichtblicke und wechselte später für 20 Millionen Euro nach Sunderland.

Er stellte sich zudem ernsthafte Fragen über die Transferpolitik des Vereins. "Warum gibt man so viel Geld für so viele Mittelfeldspieler aus, wenn man weiß, dass De Cat an die Tür klopft?", fragte sich Hasi mit Blick auf die Verpflichtungen von Saliba, Hatenboer und Llansana. Er wies darauf hin, dass in Hatenboers Vertrag festgelegt war, dass er nicht mit der U23 spielen sollte, außer er erholt sich von einer Verletzung. Die Entscheidung, Rits aus dem A-Kader zu verbannen, sei laut Hasi nicht von ihm ausgegangen, sondern von der Vereinsführung.

Auch erklärte Hasi, dass der Europapokal in dieser Saison ein vergiftetes Geschenk hätte sein können. "Wenn Anderlecht in dieser Saison international gespielt hätte, wären wir Siebter geworden. Dieser Kader kann so einen dichten Spielplan nicht verkraften. Er ist unausgewogen. Nicht nur vom Alter her, sondern auch physisch." Als Beispiel nennt er die beiden aufeinanderfolgenden Spiele gegen AA Gent im Januar: Nach der Qualifikation im Pokal fehlten wenige Tage später mehrere Spieler aufgrund von Verletzungen und auch Augustinsson fiel gegen Gent ziemlich schnell aus.

Für Hasi mangelt es also innerhalb der Vereinsführung an fußballerischer Kompetenz. Er fand es seltsam, dass nie seine Meinung eingeholt wurde, obwohl er mit sechzehn Jahren Dienstzeit bei Anderlecht - inklusive vieler Erfolge - die meiste Erfahrung im Verein gehabt habe.

Zu Biglia sagte Hasi, er habe gewollt, dass der Argentinier bleibt und habe ihm bei dessen Trainerlaufbahn helfen wollen. Letztlich sei Biglia jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass Anderlecht nicht mehr der Verein sei, den er aus seiner Zeit als Spieler gekannt habe. In der Zeit, in der Biglia zum Trainerstab gehörte, sei niemand von der Vereinsführung auf ihn zugekommen.

"Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Anderlecht den Pokal gewinnt. Aber um langfristig wieder erfolgreich zu sein, muss eine andere Struktur her", beschloss Hasi.

Quelle: © Eigene Quelle