INTERVIEWS Anderlecht hat sich nach einem chaotischen une enttäuschenden Abend doch für die Champions' Play-Offs qualifizieren können, aber von einer Erleichterung konnte keine Rede sein. Die Niederlage gegen Cercle Brügge hinterließ tiefe Spuren und Trainer Jérémy Taravel ging nach dem Spiel besonders hart mit seiner Mannschaft ins Gericht.
"Mit dieser Einstellung werden wir in den Play-Offs kein einziges Spiel gewinnen", sagte er unverblümt.
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Weiter lesen Verwirrung und Spannung bis zum Ende
Die Schlussphase des Spiels war bezeichnend für den ganzen Abend. In der Nachspielzeit zweifelte Torwart Colin Coosemans, ob er bei einem Eckball mit nach vorne gehen sollte. Während die Fans ihn anspornten, war der Trainerstab dagegen. Der Grund: die Entwicklungen im Spiel zwischen KRC Genk und RAAL La Louvière waren in dem Moment ausschlaggebend.
Aber nicht das eigene Spiel, sondern das Ergebnis der anderen Partie besiegelte letztendlich das Schicksal von Anderlecht.
Unterdurchschnittlich und inspirationslos
Sportlich zeigte Anderlecht eine enttäuschende Leistung. Die Mannschaft spielte ohne Überzeugung und Zusammenhang und geriet ziemlich schnell in Rückstand. Laut Taravel lag das jedoch nicht an der Taktik, sondern an der Mentalität. "Wir wussten perfekt, was der Gegner tun würde, aber selbst zeigten wir viel zu wenig Intensität und Energie", erklärte er. "Dieses Niveau ist unakzeptabel."
Während des Spiels griffen die Fans massenhaft zu ihren Handys, um die Zwischenstände anderswo zu verfolgen. Es war ein schmerzlicher Anblick: Anderlecht war auf andere angewiesen, um seinen Platz in den Top-6 zu sichern.
Spielerwechsel blieben ohne Effekt
Auch die Spielerwechsel brachten kaum eine Verbesserung. Spieler wie Mario Stroeykens und Anas Tajaouart konnten nicht für den Unterschied sorgen. Nur einige Spieler, worunter Nathan De Cat, konnten ein gutes Niveau erreichen.
Nach der Pause versuchte Taravel noch etwas zu verändern, aber das Spiel blieb schwach und ohne eine klare Linie. Erst in der Schlussphase konnte Thorgan Hazard noch den Anschlusstreffer erzielen, doch das änderte nichts mehr an der Niederlage.
Klare Botschaft des Trainers
Nach dem Spiel ging Taravel mit seiner Mannschaft hart ins Gesicht: das muss sich ändern und zwar schnell. In der Kabine folgten daraufhin harte Worte.
"Wenn wir so weiterspielen, werden wir in den Play-Offs alle Spiele verlieren", warnte er die Mannschaft. "Die Spieler müssen sich entscheiden: entweder geben sie alles oder sie haben ein Problem."
Mit Zweifel von vorne schauen
Nichtsdestotrotz geht Anderlecht als Tabellensechster in die Champions' Play-Offs. Die Ambitionen bleiben weiterhin ein Podiumsplatz und der Pokalsieg, doch nach der Meinung des Trainers wird das nur möglich sein, wenn sich die Mentalität drastisch verändert.
Die Qualifikation ist geschafft, doch das Selbstvertrauen erhielt einen schweren Dämpfer.