Nilis: "Man kann nicht alles auf Bertaccini schieben"
DONNERSTAG, 23 APRIL 2026, 20:07 - RSCA Skater
INTERVIEWS Vor dem wichtigen Auswärtsspiel gegen St.‑Truiden scheint Adriano Bertaccini endlich zu seiner Form zurückgefunden zu haben. Der italienisch-belgische Stürmer von Anderlecht konnte in den vergangenen zwei Spielen als Einwechselspieler zwei Treffer erzielen. Dennoch ist er weniger produktiv als im vergangenen Jahr. Im vergangenen Sommer wechselte er nach einer herausragenden Saison bei St.‑Truiden (21 Treffer in 33 Spielen) nach Anderlecht, aber mit nur fünf Toren in 25 Meisterschaftsspielen bleibt er weit hinter den Erwartungen zurück.
Laut Luc Nilis, dem früheren Stürmer und Vereinsikone von Anderlecht, wäre es jedoch nicht fair, den Spieler alleine für die aktuellen Probleme bei Anderlecht verantwortlich zu machen. "Man kann nicht alles auf ihn schieben. Ein Stürmer ist vom Kollektiv abhängig und das von Anderlecht funktioniert eben weniger gut als das von STVV", sagte er.
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Weiter lesen Nilis fügte hinzu, dass Bertaccini nichts von seiner Treffsicherheit verloren hat: er bleibt "ein echter Gewinnertyp, der immer hungrig ist", auch in schwierigen Zeiten. Eines der wichtigsten Elemente in dieser wechselhaften Saison ist die Übereinstimmung zwischen Spieler und Spielstil. In St.‑Truiden spielte Bertaccini in einem System, das perfekt auf seine Qualitäten abgestimmt war. Bei Anderlecht ist dieser Vergleich jedoch komplexer. Nilis stellt deswegen die Frage: hat Anderlecht gründlich genug untersucht, ob der Spieler wirklich zum Projekt von Anderlecht passte? Der RSCA hat sich vielleicht zu sehr auf einen einzigen Spieler verlassen, um den Unterschied zu machen, ohne ihm die idealen Voraussetzungen zu bieten.
Am Donnerstagabend reist Anderlecht nach Stayen und hat die Chance, den dritten Platz von STVV zu übernehmen. STVV liegt nur zwei Punkte vor dem Rekordmeister. Für Bertaccini hat dieses Duell eine besondere Bedeutung: Dort erlebte er die beste Saison seiner Karriere und spielte in der vergangenen Saison eine Schlüsselrolle beim Klassenerhalt von St.-Truiden. "Er möchte in jedem Spiel ein Tor schießen, egal gegen welchen Gegner. Aber die Rückkehr nach STVV wird ihm zweifellos einen zusätzlichen Schub geben", erklärte Nilis.
Im Nachhinein könnten manche meinen, Bertaccini hätte besser in St.-Truiden bleiben sollen. Nilis denkt jedoch anders darüber: Als Anderlecht anklopfte, hatte STVV gerade eine schwierige Saison hinter sich und nichts deutete damals auf den aktuellen Aufschwung hin. Die Entscheidung des Spielers war also logisch. Und am Donnerstag könnte Anderlecht vielleicht sogar STVV überholen.