Vertonghen blickt auf den schwierigen Start bei Anderlecht zurück
MITTWOCH, 5 AUGUST 2026, 21:28 - RSCA Skater
INTERVIEWS Gut ein Jahr nach seinem Abschied vom Profifußball steht Jan Vertonghen nicht mehr im Rampenlicht. Der ehemalige Kapitän von Anderlecht konzentriert sich heute auf seine Familie, sein Studium und die Jan-Vertonghen-Stiftung. Dennoch blickt er in einem außergewöhnlichen Interview auch auf seine Zeit bei den „Paars-Witten“ zurück, die seiner Meinung nach viel schwieriger begann, als die Außenwelt ahnte.
Obwohl Vertonghen bei Anderlecht als absoluter Toptransfer begrüßt wurde, verliefen die ersten Monate in Brüssel alles andere als unbeschwert.Ursache dafür war nicht der Klub selbst, sondern vielmehr die Umstände, unter denen er Benfica verlassen musste.
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Weiter lesen Der Rekordnationalspieler erzählt, dass er erst am letzten Tag der Transferperiode erfuhr, dass er in Lissabon keine Zukunft mehr hatte. Die Nachricht kam überraschend, zumal seine Familie dort ein stabiles Leben aufgebaut hatte. Der Wechsel zu Anderlecht musste deshalb überstürzt über die Bühne gehen.
Vor allem die Auswirkungen auf seine Frau und seine Kinder belasteten Vertonghen schwer. Sie waren in Portugal glücklich und mussten plötzlich Abschied von ihrem vertrauten Umfeld nehmen. Das machte die Entscheidung, nach Belgien zurückzukehren, besonders emotional.
Der Verteidiger erinnert sich daran, wie er sogar seine medizinischen Tests für Anderlecht um einen Tag verschob, um seinen Kindern, die auf einem Surfcamp waren, die Nachricht persönlich mitteilen zu können. Rückblickend beschreibt er diese ersten Wochen bei den Violetten als die schwierigsten seiner gesamten Laufbahn.
Erst nach der WM 2022 kehrte Ruhe in seinen Kopf zurück. Damals merkte er, dass sich seine Familie an das Leben in Belgien angepasst hatte und auch seine Frau schnell wieder Arbeit fand. Von da an konnte er sich vollständig auf den Fußball konzentrieren.
Trotz des schwierigen Starts blickt Vertonghen mit viel Wertschätzung auf seine Zeit bei Anderlecht zurück. Er fühlte sich dem Klub eng verbunden und sprach von einer großen Verantwortung gegenüber der Vereinsführung, den Fans und seinen Mitspielern. Gerade deshalb empfand er es als besonders frustrierend, dass ihn Verletzungen daran hinderten, seinen vollen Wert für den Klub zu zeigen.
Heute liegt sein Fokus woanders. Vertonghen arbeitet an seiner UEFA-Ausbildung, investiert viel Zeit in seine Foundation und genießt das Familienleben in vollen Zügen. Eine Rückkehr in den Fußball schließt er allerdings nicht aus. Der frühere Rote Teufel kann sich durchaus vorstellen, später einmal im Hintergrund eine Rolle zu übernehmen, will aber zunächst seine Ausbildung abschließen und seine gesellschaftlichen Projekte weiter ausbauen.