Hasi: "Unsere schwächste erste Halbzeit in dieser Saison"
MONTAG, 26 JANUAR 2026, 16:10 - RSCA Skater
INTERVIEWS Die Kritik aus dem Lotto Park ist erneut laut. Nach der enttäuschenden Leistung gegen Dender forderte ein Teil der Fans die Entlassung von Besnik Hasi. Der Trainer versteht die Frustration, weigert sich jedoch, das Handtuch zu werfen. "Wir haben solche Situationen schon früher meistern können", betonte er.
Anderlecht tut sich wieder schwer. Die Krise ist zurück und im Lotto Park herrscht wieder Unruhe. Wie schon Ende Oktober hängt die Zukunft von Hasi erneut am seidenen Faden. Damals ging dem Spiel gegen den KV Mechelen eine Gruppendiskussion ohne den Trainerstab voraus. Ob sich dieses Szenario wiederholt, bleibt abzuwarten. Tatsache ist jedoch, dass der Druck auf den Trainer erneut groß ist.
Weiter lesen unter Anzeige
Weiter lesen "Wir haben bereits gezeigt, dass wir nach einer schwierigen Phase eine Serie hinlegen können", sagte Hasi. "Sechs oder sieben Siege in Folge, das haben wir schon geschafft. Aber das geht nur, wenn die Mentalität und die Intensität stimmen. Und das war heute definitiv nicht der Fall."
Dieser frühere Aufschwung brachte Anderlecht Siege gegen Club Brügge, Racing Genk und Union ein. Es schien der Beginn einer Erfolgsgeschichte zu sein, aber inzwischen ist der Zug wieder zum Stillstand gekommen. Seit dem Sieg im Brüsseler Derby konnte Anderlecht nämlich nur eins der sechs Meisterschaftsspiele gewinnen.
Nach der deutlichen Niederlage gegen AA Gent musste Hasi intern bereits eine Erklärung abgeben und auch in dieser Woche wird er sich noch verantworten müssen. Gegen Dender mangelte es im eigenen Stadion vor allem am Kampfgeist. Neben der Qualität war es vor allem die Einstellung, die enttäuschend war. Jedoch war gerade das immer das Markenzeichen von Hasi: Spieler, die füreinander durchs Feuer gehen. Jetzt sah die Realität jedoch anders aus.
Angulo träumt von einer WM-Teilnahme mit Ecuador, aber kommt aktuell nicht an seine Gegenspieler vorbei. Bertaccini zeigt Einsatz, aber ohne etwas bewirken zu können. Und Hazard kann nur mit seinen Elfmetern den Unterschied ausmachen. "Das war unsere schlechteste erste Halbzeit in dieser Saison", sagte Hasi. "Das sah nach einem Spaziergang aus und im Ballbesitz waren wir viel zu fahrlässig." Vor allem die drei Offensivspieler hinter dem Stürmer erhielten Kritik. "Sie müssen für die Freiräume sorgen, aber heute waren sie unsichtbar."
Neuzugang Danylo Sikan durfte prompt von Beginn an spielen, aber erhielt nur selten brauchbare Bälle. Einmal kam er in die Nähe des Führungstreffers, aber sein Schuss ging am Tor vorbei. Nach der Pause zeigte Anderlecht mehr Initiative. Hazard traf den Pfosten, während Cools Schüsse von Saliba und Bertaccini von der Linie holte. "Von all diesen Chancen hätte mindestens einer drin sein müssen", urteilte Hasi. Aber es blieb am Ende beim 0-0, wodurch Anderlecht in den letzten vier Spielen nur zwei Punkte holen konnte.
Was nun jedoch folgt, ist kein Geschenk: Auswärtsspiele in Lüttich und Genk und ein Halbfinale im Croky Cup gegen Antwerp. Inzwischen wächst auch der Unmut innerhalb der Vereinsführung. "Der Druck gehört hier zum Verein dazu", sagte Hasi. "Ich verstehe, dass die Fans wütend und enttäuscht sind. Das bin ich selbst auch."
Obwohl Anderlecht immer noch auf Platz 4 steht, blickt man in Brüssel immer häufiger zurück. Hasi will nicht an ein Szenario denken, in dem die Champions' Play-Offs nicht erreicht werden. "Nein, davon gehe ich nicht aus. Aber es ist klar: Bei uns muss alles stimmen, um zu gewinnen – Taktik, Mentalität und Intensität. Ohne das geht es nicht."