
INTERVIEWS Marc Degryse versteht die Entlassung von Besnik Hasi, setzt ihr aber gleich einen wichtigen Vorbehalt entgegen. Der Auftritt von Anderlecht in Sclessin war seiner Meinung nach von Anfang bis Ende unterirdisch. "Keine Intensität, keine Leidenschaft, keine Reaktion. Dann ist es logisch, dass die Vereinsführung auf den Trainer schaut", sagte er. Er hatte im Vorfeld auch schon Signale gesehen, dass etwas nicht stimmte. "Hasi sagte, es sei 'fantastisch trainiert' worden. Das erwartet man nicht von einer Mannschaft in einer Krise."
Auch inhaltlich habe Anderlecht enttäuscht. "Im Spiel fehlte jede Struktur und defensiv wirkte alles instabil. Hey ist nicht gut genaug und Tore wurden verschenkt." Der einzige Lichtblick sei laut Degryse Nathan De Cat gewesen. "Dass ausgerechnet ein 17-jähriger aus der eigenen Jugend der Beste war, spricht Bände."
Degryse richtete seine Kritik auch auf Sportdirektor Olivier Renard. "Er hätte einen Verteidiger und einen Stürmer holen müssen. Die sehe ich nicht. In drei Transferperioden hat er niemanden mit einem echtem Impact verpflichtet." Spieler wie Bertaccini, Saliba oder Hey überzeugten nicht. "Das ist ein schlecht zusammengestellter Kader. Es herrscht zu wenig fußballerische Qualität und eine zu große Unausgewogenheit."
Sein Fazit ist klar: "Hasi war die Wahl von Renard. Deswegen sind ihre Schicksale miteinander verknüpft. Wenn man Hasi entlässt, dann muss man auch Renard in Frage stellen. Ansonsten ist das unlogisch."
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