Hasi: "Die Anderlecht-Kultur verschwindet"

SONNTAG, 27 SEPTEMBER 2026, 18:43 - RSCA Skater
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INTERVIEWS Besnik Hasi hat mit seinem Abschied von Anderlecht immer noch nicht abgeschlossen. Der aktuelle Trainer von Amedspor blickte ausführlich auf seine Entlassung zurück und geht dabei scharf mit der Vereinsführung ins Gericht. Dem Albaner zufolge fehlte es in Brüssel an einer klaren Vision und er sei bei den Transfers nicht ausreichend eingebunden worden.

Hasi sagte, das Aus im Europapokal in der vergangenen Saison sei für ihn der Anfang vom Ende gewesen. Nach der Niederlage gegen Charleroi sei seiner Meinung nach bereits über seine Zukunft entschieden worden. "Warum lässt man mich dann nicht bis zum Saisonende arbeiten? Es hätte kaum schlimmer werden können", sagte er. Laut Hasi wäre das Erreichen des Pokalfinals sowie ein dritter oder vierter Platz weiterhin möglich gewesen.


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"Ich wollte Coosemans mitnehmen"

Bei seinem neuen Verein Amedspor wollte Hasi einige bekannte Gesichter in die Türkei holen. So versuchte er auch, Colin Coosemans zu überzeugen. Der Torhüter habe laut Hasi perfekt zu seiner Fußballidee gepasst und zugleich über die richtige Persönlichkeit verfügt. Coosemans verlängerte letztlich jedoch seinen Vertrag bei Anderlecht.

Auch die Transferpolitik bei Anderlecht sieht Hasi kritisch. Er sagte, er habe zwar mitbestimmen dürfen, welche Profile gebraucht würden, sei aber nicht immer in die Auswahl der Spieler einbezogen worden. "Sonst wären Ilic und Özkan sicherlich nie gekommen", sagte er.

"Die Anderlecht-Kultur verschwindet"

Laut Hasi hat sich aber nicht nur die sportliche Ausrichtung verändert. Auch die Arbeitsweise in Neerpede bereitet ihm Sorgen. Er findet, dass sich zu viele Menschen um die erste Mannschaft herum aufhalten und die Wege innerhalb des Vereins früher deutlich kürzer gewesen seien.

"Die Anderlecht-Kultur verschwindet", sagte Hasi. Nach Ansicht des Trainers müsse die A-Mannschaft wieder mehr Abschottung bekommen und erneut mit klaren Verantwortlichkeiten arbeiten können.

Dennoch glaubt Hasi, dass Anderlecht früher oder später an die Spitze zurückkehren wird. "Anderlecht wird sowieso zurückkommen. Früher oder später", erklärte er.

Kritik bezüglich der Transfers

Hasi nennt auch einige Transfers aus seiner Zeit bei Anderlecht. Unter anderem bedauerte er, dass er Danylo Sikan lieber nicht geholt hätte, weil der Angreifer seiner Ansicht nach nicht ausreichend im Spielrhythmus war. Auch den Verkauf von Angulo habe er eigenen Angaben zufolge verhindern wollen.

Gleichzeitig verwies er auf die Entwicklung junger Spieler. Unter seiner Verantwortung hätten unter anderem Angulo und Nathan De Cat eine wichtige Rolle gespielt, sagte Hasi. Der Trainer betonte, dass junge Talente Chancen bekommen und weiterentwickelt werden müssten.

Hasi hat inzwischen seine neue Herausforderung in der Türkei gefunden, wo er mit Amedspor an einem Langzeitprojekt arbeitet. Doch sein Abschied von Anderlecht bleibt ein heikles Thema. Seine Botschaft ist eindeutig: Nach Hasis Ansicht wurde er in Brüssel nicht korrekt behandelt und es mangelte an einer klaren sportlichen Linie.

Quelle: © Eigene Quelle