"Zuerst die sportlichen Erfolge, dann das Stadion"
DONNERSTAG, 1 JANUAR 2026, 22:56 - RSCA Skater
INTERVIEWS Mit einem neuen Präsidenten kommen auch andere Schwerpunkte. Während sein Vorgänger Wouter Vandenhaute noch ausdrücklich über Pläne für ein neues Stadion sprach, zieht Michael Verschueren vorerst die Handbremse. In seinem ersten ausführlichen Interview als Präsident des RSC Anderlecht machte er deutlich, dass die Infrastruktur aktuell nicht prioritär ist. "Wir verfügen nach wie vor über das beste Stadion des Landes. Unser Fokus liegt woanders: Wir wollen wieder Trophäen gewinnen."
Schon seit vielen Jahren wird über die Stadionakte gesprochen. 2018 legte Marc Coucke als Präsident drei mögliche Optionen auf den Tisch: eine gründliche Renovierung des damaligen Vanden Stock-Stadions, ein völlig neues Stadion in Neerpede oder eine andere Lage in Brüssel. Keines dieser Szenarien wurde letztlich konkret ausgearbeitet.
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Weiter lesen Im Mai 2025 schien sich daran etwas zu ändern. Wouter Vandenhaute kündigte damals an, dass Anderlecht erneut aktiv auf der Suche nach einer neuen Heimstätte sei. Die Fläche des ehemaligen Cora-Geschäfts in Anderlecht wurde als mögliche Lage genannt, doch dieses Projekt erwies sich schnell als rechtlich und praktisch unmöglich. Das Interview, in dem Vandenhaute diese Pläne erläuterte, sollte später sein letztes als Präsident gewesen sein.
Mit Verschueren am Ruder verlaufen diese Bauambitionen erneut im Hintergrund. "Der Lotto Park ist ein modernes und qualitativ hochwertiges Stadion", erklärte er. "Möchte man auf lange Sicht mehr Einnahmen über den Ticketverkauf erzielen und die Bindung zu den Fans stärken, braucht man tatsächlich eine zusätzliche Kapazität. Ob das an diesem Ort möglich ist oder anderswo, hängt von der Machbarkeit ab. Aktuell ist das jedoch keine Priorität."
Diese Priorität liegt laut Verschueren eindeutig im sportlichen Bereich. "Der Verein muss so schnell wie möglich wieder Trophäen gewinnen. Daran richtet sich jetzt unsere gesamte Energie."