Wie bringt man Stürmer, die in einem Tief stecken, wieder in Form?
DONNERSTAG, 19 FEBRUAR 2026, 22:22 - RSCA Skater
ANDERE Während die Euphorie nach der Qualifikation für das Pokalfinale einen Wendepunkt anzukündigen schien, ist Anderlecht schnell wieder in eine Unsicherheit zurückgefallen. Keine vier Tage später kam Anderlecht gegen La Louvière nicht über ein torloses Unentschieden hinaus, was einen beunruhigenden Trend bestätigt: Die Stürmer von Anderlecht finden den Weg zum Tor nicht mehr.
Die Zahlen sprechen für sich: Danylo Sikan wartet immer noch auf seinen ersten Treffer für Anderlecht. Adriano Bertaccini traf zuletzt am 4. Dezember und Mihajlo Cvetkovic am 1. November. Sogar beim 4-0-Sieg gegen Antwerp kam kein Treffer von einem Mittelstürmer. Es waren die Mittelfeldspieler und Außenverteidiger, die erfolgreich waren.
Weiter lesen unter Anzeige
Weiter lesen Wie kommt das? Früher konnte Sporting über längere Zeit gute Leistungen aneinanderreihen, auch nach Europapokalspielen und jetzt gelingt es nicht einmal mehr, gegen einen Abstiegskandidaten zu treffen... Olivier Deschacht erinnert sich, dass Anderlecht "in einer Viertelstunde den Unterschied ausmachen konnte" und immer auf einen Stürmer zählen konnte, der "eine halbe Chance verwerten konnte". Diese klinische Effizienz fehlt laut Deschacht heute.
Laut Sportpsychologe Jef Brouwers geht die Torflaute tiefer als nur in die Technik. Die Stürmer beginnen Dinge zu erzwingen und wechseln vom Handeln zum Denken. Der Instinkt geht verloren. Vertrauen, sagt er, muss gefühlt werden, nicht nur ausgesprochen. Brouwers stellt fest, dass die heutige Generation nicht mehr auf direkte Kritik reagiert, sondern Probleme konkret und lösungsorientiert angehen will: "Zeig mir, wie ich es besser machen kann, statt das, was ich falsch gemacht habe."
Er sieht auch eine Entwicklung im Coaching: Moderne Trainer müssen nachhaltige Beziehungen zu ihren Spielern aufbauen, ihnen Autonomie geben und sich nicht auf externe Faktoren fokussieren, über die man keine Kontrolle hat. Zur Veranschaulichung zitiert er eine Aussage von José Mourinho: "Wenn du deine Spieler nicht liebst und keine Liebe für das Team zeigst, wirst du es nicht schaffen."
Für Anderlecht liegt die Lösung in angepasster mentaler Betreuung, konstruktiver Kommunikation und einer Umgebung, in der Stürmer ihre Ruhe und den Instinkt wiederfinden. Die Chancen sind da, auch der xG bestätigt das regelmäßig. Was jetzt fehlt, ist der Funke, der eine Phase des Zweifelns in eine Wende verwandelt...