Trainerentlassung reicht nicht aus, um Anderlecht zu retten
MITTWOCH, 4 FEBRUAR 2026, 15:36 - RSCA Skater
ANDERE Die Entlassung von Besnik Hasi war erneut ein Symptom, aber keine Lösung. Beim RSC Anderlecht liegen die Probleme tiefer als die Leistungen eines einzelnen Trainers. Hohe Erwartungen, eine wechselhafte sportliche Vision, finanzielle Einschränkungen und ein unausgewogener Kern verfolgen den Verein weiterhin.
Als belgischer Rekordmeister möchte Anderlecht Titel holen, aber das ist nicht realistisch. Die Qualifikation für den Europapokal wäre aktuell schon ein schönes Ziel, auch wenn man das den Fans und der Außenwelt nur schwer verkaufen kann.
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Weiter lesen Die Vereinspolitik versagt in dieser Hinsicht. In den vergangenen Jahren wurde zu oft der Kurs gewechselt. Erst wurden erfahrene Spieler geholt, dann wieder der Fokus auf junge Spieler gelegt. Das führt zu einem unausgewogenen Kader ohne echte Identität. Wenn die Motivation nachlässt, findet Anderlecht dadurch immer weniger Lösungen am Ball.
Darüber hinaus mangelt es der Mannschaft auch an der nötigen Schnelligkeit, Größe und Durchschlagskraft bei Standardsituationen. Dagegen wird wenig unternommen. Angulo (Schnelligkeit) ist weg und Sikan ist zwar groß, aber kann vorläufig noch keine Treffer erzielen.
Auch finanziell muss der Verein einen Gang runterschalten. Dadurch wird häufiger auf junge oder wiederauflebende Spieler gesetzt, mit wechselndem Erfolg und einem großen Druck, schnell einen Mehrwert zu schaffen. So wird der Aufbau einer Mannschaft quasi unmöglich.
Die Entlassung eines Trainers ändert daran wenig. Für strukturellen Erfolg sind vor allem Stabilität und eine klare langfristige Vision erforderlich. Und das ist etwas, was der Verein schon lange nicht mehr besitzt...