ANDERE Laut einer Analyse von La Dernière Heure konnten die Anderlecht-Spieler in der regulären Saisonrunde dieser Saison nur 41,1 % ihrer Luftduelle gewinnen. Keine andere Mannschaft in der Jupiler Pro League schneidet schlechter ab. Ganz oben steht Union mit 52 % gewonnenen Luftduellen. Und genau das ist die Mannschaft, gegen die Anderlecht in den vergangenen Saisons oft Schwierigkeiten hatte – und der Gegner von Anderlecht im Pokalfinale.
Natürlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle beim Gewinnen von Luftduellen, aber der sichtbarste ist zweifellos die Körpergröße eines Spielers. Mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 181,2 cm (bei 33 eingesetzten Spielern) steht Anderlecht in diesem Ranking an vorletzter Stelle. Nur Charleroi setzt im Durchschnitt kleinere Spieler ein. Union steht hier auf dem vierten Platz, mit einer durchschnittlichen Größe von 185,2 cm. Sie verfügen unter anderem über Scherpen (206 cm), Sykes (200), Burgess (196), Sylla (196) und Rodriguez (190). Bei Anderlecht erreichen nur Heekeren (196 cm), De Cat (192 cm), Ilic (192) und Angély (190) die symbolische Marke von 190 cm. Nur Nathan De Cat ist von diesen Spielern unumstrittener Stammspieler.
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Weiter lesen Ganz oben im Ranking steht der FC Dender mit 186,4 cm, ein Beweis dafür, dass man mit Körpergröße allein keine Spiele gewinnt. Club Brügge liegt hingegen auf dem sechsten Platz, mit einem Durchschnitt von 183,9 cm.
Innerhalb des Vereins ist man sich durchaus bewusst, dass die Bedeutung von Zweikampfstärke im modernen Fußball, und insbesondere Kopfballstärke bei Standardsituationen, zugenommen hat. Ein anschauliches Beispiel dafür ist natürlich, dass die Mannschaft, die in der Luft am dominantesten war (Union), die reguläre Spielrunde als Tabellenführer abgeschlossen hat. Auch auf europäischer Ebene gibt es einen Trend zu mehr Spielzeit für größere Spieler: So entfielen beispielsweise in der Saison 2018-2019 bei Manchester City 37 % der Spielzeit auf Spieler unter 175 cm und 25 % auf Spieler über 186 cm. In der vergangenen Saison war diese Verteilung bereits komplett umgekehrt, mit 23 % für die erste Gruppe und 38 % für die letzte.
Laut der Zeitung war die Körpergröße daher bereits während der vergangenen Wintertransferperiode ein wichtiges Kriterium. Von den fünf Spielern, die in diesem Zeitraum verpflichtet wurden (Heekeren, Angély, Sykan, Diarra und da Costa), ist keiner kleiner als 182 cm. Angesichts der oben genannten Zahlen wird dies wahrscheinlich auch in den kommenden Transferperioden ein wichtiger Punkt bleiben.