
ANDEREÉtienne Davignon ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Als Diplomat und Verwalter war er seit den 50er Jahren in den höchsten Kreisen der politischen und finanziellen Szene Belgiens tätig. Er besaß 1,9 Prozent der Anteile des RSC Anderlecht und war auch ein Mitglied des Verwaltungsrats.
Davignons kompletten Lebenslauf aufzuführen, käme dem Verfassen eines Buches gleich. Davignon war einer der mächtigsten Männer der Nachkriegszeit in Belgien und erlangte zahlreiche Ehrentitel, darunter den eines Grafen und Staatsministers. In den vergangenen Jahren stand er in die Kritik, weil er als junger Diplomat angeblich eine Rolle bei der Ermordung des kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba im Januar 1961 gespielt haben soll.
Als Anderlecht im Jahr 2010 von einem gemeinnützigen Verein in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, erhielt Davignon 7,5 Prozent der Anteile. Er erhielt damals auch einen Sitz im Verwaltungsrat. Nach dem Verkauf des Vereins an Marc Coucke behielt Davignon zunächst 5 Prozent der Anteile. Durch einige Kapitalerhöhungen verringerte sich sein Anteil später jedoch auf 1,9 Prozent. Trotzdem behielt er die ganze Zeit über seinen Sitz im Verwaltungsrat.
Quelle: © Eigene Quelle