Anderlecht scheint bereit für einen Trainerwechsel zu sein

MITTWOCH, 20 MAI 2026, 18:38 - RSCA Skater
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ANDERE Die Wahrscheinlichkeit, dass Anderlecht auch in der kommenden Saison weiterhin auf Jérémy Taravel als Cheftrainer setzt, wird von Woche zu Woche kleiner. Offiziell wird die Analyse erst nach dem Saisonende stattfinden, doch die sportlichen Ergebnisse und die allgemeine Stimmung rund um den Verein deuten immer mehr auf ein Ende seiner Amtszeit hin.

Seit dem Sieg gegen den KV Mechelen am 18. April konnte Anderlecht kein Spiel mehr gewinnen. In sechs Begegnungen, darunter das Pokalfinale, holte Anderlecht lediglich zwei Punkte. Rutscht der Rekordmeister in den letzten Play-Off-Spielen weiter ab, droht sogar ein Entscheidungsspiel um den letzten Europapokalplatz und dieses Szenario würde intern als herbe Enttäuschung gewertet werden.


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Als Taravel die Mannschaft übernahm, hoffte man bei Anderlecht auf einen Schockeffekt, der jedoch weitgehend ausblieb. Abgesehen vom überraschenden Sieg im Pokal gegen Antwerp gelang es dem Franzosen nicht, für eine stabile Leistungskurve zu sorgen. In sechzehn Spielen sammelte er nur neunzehn Punkte - ein Schnitt, der für die Ambitionen des Rekordmeisters viel zu niedrig ist.

Innerhalb des Vereins möchte man zudem nicht denselben Fehler wie in der vergangenen Saison machen, als Besnik Hasi trotz mäßiger Resultate im Amt bleiben durfte. Mit der Ankunft des neuen Sportdirektors Antoine Sibierski scheint Anderlecht nun eher einen kompletten Neustart anzustreben. Sibierski ist dafür bekannt, eng mit einem Trainer aus seinem eigenen Netzwerk zusammenarbeiten zu wollen und großen Wert auf eine starke persönliche Chemie zu legen.

Auch das Trainerschein-Problem von Taravel spielt dabei eine Rolle. Der Franzose besitzt aktuell lediglich die UEFA-A-Lizenz und nicht das erforderliche Pro-Lizenz-Diplom. Anderlecht versuchte, die Angelegenheit interimistisch zu lösen, indem man ihn für einen Lehrgang in Lettland anmeldete, doch unklar bleibt, ob dieser Weg fortgesetzt wird.

Taktisch geriet Taravel zunehmend in die Kritik. Anfangs erntete er Beifall für einige Eingriffe, etwa die Rolle von Thorgan Hazard als falsche Neun oder das Aufrücken von Nathan De Cat. Mit der Zeit blieben jedoch neue Lösungen aus. Manche Entscheidungen sorgten zudem beim Publikum und bei Analysten für Unverständnis, etwa das Reservistendasein von Yari Verschaeren im Pokalfinale oder auffällige Wechsel in entscheidenden Spielphasen.

Gleichzeitig ist man sich bei Anderlecht bewusst, dass nicht alle Probleme allein am Trainer liegen. Der Kader wies strukturelle Schwächen auf und mehrere Spieler standen schon länger als Abgänge fest. Taravel wird zudem dafür geschätzt, in einer schwierigen Phase Verantwortung übernommen zu haben.

Eine Rolle als Assistent oder Jugendtrainer ist für ihn prinzipiell noch denkbar, wobei offen ist, ob Taravel selbst dafür offen wäre. Bis zum Saisonende wird er sich jedenfalls voll für den Verein und seine Spieler einsetzen, in der Hoffnung, die Saison noch erhobenen Hauptes abschließen zu können.

Quelle: © Eigene Quelle