
ANDERE Etienne Davignon, Staatsmann, Industrieller und treuer Unterstützer von Anderlecht, verstarb in der vergangenen Woche im Alter von 93 Jahren. Jetzt kam ein bemerkenswertes Detail ans Licht: Drei Tage vor seinem Tod hatte er nämlich dem Verwaltungsrat von Anderlecht offiziell seinen Rücktritt angeboten. Davignon hatte eine E-Mail verschickt, in der er seinen sofortigen Rückzug aus dem Verwaltungsrat angekündigt hatte.
Im Hinblick auf einen reibungslosen Übergang schlug er außerdem vor, dass sein Sohn, Vincent Davignon, seinen Sitz übernehmen solle, um die Minderheitsaktionäre zu vertreten. Der Vorschlag muss jedoch noch vom Verwaltungsrat genehmigt werden.
Davignon trat im Jahr 2010 in die Verwaltung von Anderlecht ein, als die neue juristische Struktur des Vereins gegründet wurde. Dort war er als Verwaltungsratsmitglied und als langjähriger Minderheitsaktionär tätig, unter anderem gemeinsam mit seinem Neffen Olivier. Zu Zeiten von Roger Vanden Stock besaß er bis zu 7,5% der Anteile von Anderlecht. In den vergangenen Jahren war sein Anteil zwar auf etwa 2% zurückgegangen, doch sein Einfluss blieb groß.
Als begeisterter Fan hatte Davignon mit Anderlecht mehrere schwierige Phasen durchlebt, darunter den Übergang in die Ära Marc Coucke. Obwohl er bei der Übernahme zunächst Zweifel geäußert hatte, räumte er später ein, dass Coucke "unter schwierigen Umständen gute Arbeit geleistet hat".
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