ANDERE Obwohl Anderlecht die vergangenen zwei Spiele gegen Gent und Mechelen gewinnen konnte, reißt die Kritik nicht ab. Die Ergebnisse kaschieren nämlich ein wiederkehrendes Problem: die Mannschaft startet sehr schwach ins Spiel. In den vergangenen vier Spielen gelang es Anderlecht nämlich nicht, in der ersten Halbzeit ein gutes Niveau zu erreichen.
Die Zahlen sprechen Bände: In den Spielen gegen unter anderem Club Brügge, AA Gent und den KV Mechelen konnte sich Anderlecht vor der Pause kaum Chancen herausspielen. Die Anzahl der erwarteten Treffer (xG) blieb stets auffällig tief, was die offensive Ohnmacht ebenfalls unterstreicht.
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Weiter lesen Laut Interimtrainer Jérémy Taravel liegt das Problem sowohl bei der Intensität, als auch bei der Ausführung. "Wir bitten um mehr Tiefe im Spiel und schnelle Flügelwechsel, aber sehen das Gegenteil: ein zu träger Aufbau und viel laterales Spiel", sagte er nach der Partie. Aber auch individuelle Fehler und ein Mangel an Schärfe bringen die Mannschaft in Schwierigkeiten.
Die Spieler selbst scheinen nach Erklärungen zu suchen. So erklärte Torwart Colin Coosemans schon einmal, dass sich die Mannschaft schwer tun würde, direkt ins Spiel zu kommen. Andere verweisen auf den mentalen Druck, der erst verschwindet, wenn Anderlecht in Rückstand gerät.
Mit dem anstehenden Pokalfinale gegen Union Saint-Gilloise vor Augen, ist die Sorge groß. Wenn der Rekordmeister die Gewohnheit, zu schlapp in ein Spiel zu starten, nicht ablegen kann, dann droht die Saison erneut ohne Trophäe zu enden...